NDR Elbphilharmonie Orchester
Musikfest Berliner 2026
Mo., 07.09.2026, 20:00 - 21:50
Mo., 07.09.2026, 20:00 - 21:50
Seine Tristan-Préludes für Klavier, Tonbänder und Orchester aus dem Jahr 1973 wollte Hans Werner Henze „audio-visuell“ verstanden wissen: als Klang-Drama auf dem Konzertpodium. Dabei spiegelt sich in der hochemotionalen Musik vom ersten Takt an neben Schmerz auch Sehnsucht, Liebe, Trauer und Abschied – Henze selbst sprach vom „Todesschrei“ des Orchesters. In dem sechsteiligen Werk samt „coup de théâtre“ finden sich neben Wagner-Anspielungen (Tristan und Isolde und Wesendonck-Lieder) und Brahms-Zitaten auch verfremdete Tonbandklänge von Frédéric Chopins Trauermarsch aus der Klaviersonate b-Moll, „gleißend, wie das Meer am Herbstabend“ (Henze). Im Epilog schließlich rezitiert eine von Tonband zugespielte Kinderstimme in englischer Übersetzung Verse des anglo-normannischen Dichters Thomas d’Angleterre aus dem 12. Jahrhundert, in denen Isoldes tragischer „Liebestod“ beschrieben wird. Nach Henzes Trauermusik mit exponiertem Klavierpart, die um jene Toten trauert, „um die die Menschheit nun verarmt ist“, widmen sich Alan Gilbert und das NDR Elbphilharmonie Orchester Johannes Brahms’ 1. Sinfonie, die dramaturgisch Beethovens Devise „Per aspera ad astra“ (durch Dunkel zum Licht) folgt. Dem düsteren Ringen des c-Moll-Kopfsatzes mit seinen schweren Paukenschlägen und zerklüfteten Umschwüngen steht ein Finale gegenüber, das schließlich zu strahlendstem C-Dur findet.