Late Night Berliner Philharmoniker
Musikfest Berlin 2026
Sa., 19.09.2026, 22:00 - 23:00 | Philharmonie Berlin
Sa., 19.09.2026, 22:00 - 23:00 | Philharmonie Berlin
Schaffensrausch: Das Es-Dur-Klavierquartett entstand in einer weitgehend schlaflos verbrachten Woche zwischen dem 24. und dem 30. Oktober 1842; nach weiteren 19 Tagen lag die Partitur vollständig vor. Robert Schumanns Ehefrau Clara zeigte sich anlässlich der ersten Aufführung im privaten Rahmen „wahrhaft entzückt“ von diesem „schönen Werke, das so jugendlich und frisch ist, als wäre es das Erste.“ Zweifellos besticht die poetische, von einem individuellen romantischen Tonfall geprägte Musik durch eingängige Themen und eine ausgeprägte Gleichberechtigung aller vier Akteure – wobei der sich aussprudelnde „Champagnergeist“ des Scherzos (Schumann) einen besonderen Akzent setzt. Überschäumend und stürmisch gibt sich auch Brett Deans Imaginary Ballet für Klavier und Streichtrio, dessen tänzerische Teile durch eine Reihe langsamerer Zwischenspiele kontrastiert werden, die das Ganze mit allerhand „Oasen aus Silhouetten und Schatten“ (Dean) bereichern. Geprägt wurde das Stück von den musikalischen Vorlieben des Komponisten während der Corona-Pandemie, in der er sich „energiegeladener, direkter und temperamentvoller Musik“ zuwandte, um dem „manchmal fast überwältigenden Gefühl einer globalen Tragödie bewusst entgegenzuwirken. Diese Hörgewohnheiten während des Lockdowns, zu denen oft auch heimliche Freuden an alten Pop-, Rock- und Dance-Music-Lieblingen gehörten, haben sich irgendwie unbemerkt in dieses neue Stück eingeschlichen. So wurde aus einem abstrakten Kammermusikstück für die klassische Klavierquartett-Besetzung ein ‚Imaginäres Ballett‘ […]“.