»in den wind geschriebenes«
ein konzert von ralf r. ollertz und freunden
Mi., 15.07.2026, 20:30 - 22:30 | HALLE Tanzbühne Berlin
Mi., 15.07.2026, 20:30 - 22:30 | HALLE Tanzbühne Berlin
Selten ist in der HALLE Tanzbühne Berlin Musik ohne Tänzer*innen zu hören. An zwei Abenden im Juli ist das anders: Ralf R. Ollertz, der seit drei Jahrzehnten die Musik für die Choreographien der cie. toula limnaios schreibt, tritt mit eigenen Werken in den Mittelpunkt und hat seine langjährigen Weggefährten Christian Banasik und Achim Christian Bornhöft eingeladen, den Abend mit weiteren Kompositionen zu bereichern.
Ollertz entwickelt seit mehr als vier Jahrzehnten eine Musik, die aus Literatur, Bildern und gesellschaftlichen Beobachtungen entsteht. Seine Werke versteht er als sinnliche, körperliche Erfahrung, unabhängig davon, ob sie von Instrumenten oder Lautsprechern erzeugt werden. Ihren Ausgangspunkt nehmen seine elektroakustischen Arbeiten in real existierenden Klängen: Aufnahmen von Stimmen und Geräuschen werden bearbeitet, verfremdet und neu verbunden, bleiben dabei aber körperlich präsent. In der cie. toula limnaios entstehen Musik und Choreographie gleichberechtigt und unabhängig voneinander: in engem Dialog, aber mit eigenen Bedeutungsebenen, die sich erst im Zusammenspiel entfalten.
Zu hören und zu sehen sind an den beiden Konzertabenden unter dem Titel »in den wind geschriebenes« sehr unterschiedliche Arbeiten der drei Komponisten: Christian Banasik verbindet computergenerierte Musik mit eigenen Videoprojektionen, Achim Christian Bornhöft präsentiert gemeinsam mit dem E-Gitarristen Adrian Pereyra ein Werk für E-Gitarre. Ralf R. Ollertz bringt unter anderem sein Stück »l’absence« auf die Bühne, live interpretiert von drei Sprecher*innen. Außerdem ist seine Wüsten-Trilogie »pyrocua«, »cral’une« und »unacres« zu erleben – entstanden in der frühen Zusammenarbeit mit Toula Limnaios.
»Sein musikalisches Gehör hat sich mit Zartheit und Vorsicht auf unsere Körper gelegt und seine Musik drückt das Unübersetzbare aus. Sie hat uns zum Ausgang dieses zerbrechlichen Labyrinths geführt, ein Umherirren in diesem Labyrinth, einem Seiltanzakt gleich, in welchem Ralf Ollertz das Seil fest an seinem Ohr hielt, so dass wir uns nicht durch die Angst, die Leidenschaft, die Trauer und den Wahnsinn in diesem Irrgarten verlieren konnten.« (Toula Limnaios)
»Ralf R. Ollertz ist, um es mit den sehr schönen Worten von Paul Klee zu sagen, dem Kern der Schöpfung etwas näher als man es für gewöhnlich kennt. Der Komponist verzaubert und spaltet die musikalische Materie, ohne dabei in das schwarze Loch der Abstraktion zu verfallen. Seine Klänge erklimmen immer wieder die Mauern eines Turms zu Babel, der einzig und allein der Sinnlichkeit gewidmet ist.« (Luc Honorez)