DANSES BRISÉES
re:organ LABOR FÜR NEUE ORGELKLÄNGE
Fr., 08.05.2026, 18:30 - 19:30 | Sophienkirche
Fr., 08.05.2026, 18:30 - 19:30 | Sophienkirche
Zwischen Jehan Alain und Dror Feiler bestehen kaum stilistische, wohl aber innere Bezüge. Beide verstehen Musik nicht als formales Spiel oder ästhetische Dekoration, sondern als existenzielle Praxis von Ernst und Dringlichkeit.
Dror Feilers Musik arbeitet mit Extremen von Lautstärke, Dauer und Dichte, oft an der Grenze des Erträglichen. Sie verweigert bewusst traditionelle Formen von Entwicklung, Ausdruck oder Schönheit und erzeugt stattdessen Situationen von Überforderung, Stillstand und akustischem Druck. Musik „erzählt“ hier nicht – sie konfrontiert.
Die Musik von Jehan Alain wirkt zugleich archaisch und modern, spirituell und körperlich, improvisatorisch und hochkonzentriert. Seine Trois Danses folgen einer existenziellen inneren Dramaturgie von Leben, Verlust und Kampf. Ostinati, motorische Patterns, ungerade Akzente und fast tranceartige Wiederholungen prägen eine Musik, die weniger an traditionelle Orgelästhetik als an Tanz und Ritual erinnert und in hohem Maße körperlich erfahrbar ist.
Erik Drescher und Maximilian Schnaus spielen Werke von Jehan Alain sowie zwei Uraufführungen von Dror Feiler. An der Abendkasse wird auf Wunsch ein Gehörschutz ausgegeben.