Audiovisionen: Victoria Keddie, Nour Sokhon
Do., 18.06.2026, 20:00 - 22:00
Do., 18.06.2026, 20:00 - 22:00
In ihren Konzerten entwirft Victoria Keddie weite Spannungsbögen aus Sprachfragmenten und digitalen Soundsplittern. Vorsichtig tastend umkreisen ihre Sets das Thema Sprache, um sich langsam mehr und mehr zu verdichten. Die libanesische Künstlerin Nour Sokhons überträgt Ihre künstlerische Forschung, darunter Interviews, Fieldrecordings und Aufnahmen von organisierten ortsspezifischen Interventionen, feinfühlig in Sound und Musikperformances.
Auto-Übersetzung:
Victoria Keddie (USA) und Nour Sokhon (Beirut/Berlin) vereinen zwei unterschiedliche Ansätze zu Klang und Kommunikation. Keddie arbeitet jenseits strukturierter Sprache und untersucht, wie Fehler, Störungen und Übertragungsartefakte die Bedeutung destabilisieren. Sokhon greift auf künstlerische Recherche zurück – Interviews, Feldaufnahmen und ortsspezifische Interventionen – und übersetzt dokumentarische Prozesse in Klang- und Musikkompositionen. Gemeinsam loten ihre Arbeiten die Grenzen zwischen Kommunikation, Ort und Signal aus.
Ausgehend von Erinnerungsfragmenten aus ihrem persönlichen Interviewarchiv zeichnet Nour den langsamen Verfall von Worten zu Klang nach. Durch
Live-Loops aus Stimme und Objekten öffnet sie Portale, durch die Erinnerungen wandern, übersetzt durch körperliche Gesten, in denen das Maschinelle auf das Intime trifft und sich Unordnung zu Form faltet. Für diese Zusammenarbeit integriert Keddie eine neuronale Maschine und einen analogen Synthesizer als Erweiterungen der stimmlichen Sprache der Künstlerin. Gemeinsam verarbeiten die Maschinen bruchhafte Momente und lösen sie in einem dichten, abstrakten Raumfeld auf. Die Stimme wird zu einer zerbrechlichen, kraftvollen akustischen Kraft, die sich in Echtzeit entfaltet, fragmentiert und zusammenbricht.