Liebe Zeitgenoss*innen,

der Monat der zeitgenössischen Musik liegt nun hinter uns und wir möchten uns bei allen Beteiligten – Ensembles, Bühnen, Festivals, Musiker*innen und Publikum – für diesen unvergesslichen September bedanken. Unter dem Dach des Monats hat die Freie Szene der zeitgenössischen Musik gemeinsam ihr hohes Maß an Flexibilität und Widerstandsfähigkeit bewiesen und damit Maßstäbe für die Zukunft gesetzt.

Mit experimentierfreudigen Formaten zwischen drinnen und draußen, online und offline sowie installativen Formen konnten – auch mit gebotenem Abstand – Momente der Nähe über die Musik und ihren Themen entstehen. Das Eröffnungskonzert mit dem Zafraan Ensemble bedeutete für viele ein Wiedersehen nach langer Zeit und lieferte einen stimmungsvollen Auftakt in lebendiges Programm aus Konzerten, Musiktheater und Klangkunst. Dieser Wille des Weitermachens fand ebenso beim Publikum wie in den Medien Anerkennung, was sich in den schnell ausverkauften Veranstaltungen und einem beachtlichen Widerhall in der Presse niederschlug.

Auch Dr. Klaus Lederer, Berliner Senator für Kultur und Europa, zeigte sich in seinem Grußwort zur Eröffnung des Monats der zeitgenössischen Musik sichtlich begeistert über das reichhaltige Programm, das die Vielfalt der Berliner Szene abbildete und Themen wie Dekolonialisierung und Diversität durch die Musik verhandelte.

Denkanstöße lieferte das Symposium »Curating Diversity in Europe – Decolonizing Contemporary Music« am vergangenen Freitag, das wir zusammen mit der Akademie der Künste, dem Ultima Festival Oslo als Teil des Sounds Now Netzwerks ausrichteten. Im Fokus standen Prozesse und Profile des Kuratierens, die Machtstrukturen und eurologische Denkmuster kritisch hinterfragen. Die Öffnung in ein hybrides Format ermöglichte es auch in Zeiten beschränkter internationaler Begegnung, den Austausch über Grenzen hinweg zu fördern, globale Perspektiven zusammenzubringen und neue Verbindungen zu schaffen. Die inspirierenden Keynotes und Paneldiskussionen hinterlassen ein starkes Gefühl der politischen und sozialen Dinglichkeit, Veränderung in der Musik als Teil der Gesellschaft herbeizuführen. Daher laden wir Sie ein, im Austausch zu bleiben und die Gedanken beim zweiten Teil des Symposiums im Mai fortzusetzen. Das Material wird in den kommenden Wochen aufbereitet und auf www.sounds-now.eu zur Verfügung gestellt.

Ein herzlichen Dank an alle Beteiligten und an das Publikum, das uns das nötige Vertrauen geschenkt hat!

Lisa Benjes,
das field notes Team,
und der Vorstand der inm - intitiative neue musik berlin e.V.