Photo of Kriton Beyer and Cansu Tanrikulu by Cristina Marx (Photomusix), Photo of Nick Dunston by An
Mi, 12/01/2022, 20:00 Uhr
Echtzeitmusik / Elektronische Musik / Improvisation / Klangkunst / Sound Art

ADACHI // TANRIKULU // DUNSTON // BEYER


Experimentelle Improvisation im Kühlspot Social Club

Am Mittwoch, den 12. Januar, präsentiert der Kühlspot Social Club einen Abend improvisierter Musik mit dem Quartett:

ADACHI // TANRIKULU // DUNSTON // BEYER
Tomomi Adachi – Stimme, Elektronik
Cansu Tanrıkulu – Stimme, Elektronik
Nick Dunston – Kontrabass, Elektronik
Kriton Beyer – Daxophon, Elektronik

https://www.facebook.com/events/1270620716762075

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Tomomi Adachi ist ein japanischer Performer, Komponist, Klangpoet, Installationskünstler und gelegentlicher Theaterregisseur. Er studierte Philosophie und Ästhetik an der Waseda-Universität in Tokio. Adachi spielt improvisierte Musik mit Stimme, Live-Elektronik und selbstgebauten Instrumenten und komponierte Werke für seine eigene Gruppe "Adachi Tomomi Royal Chorus", einen Chor im Punk-Stil. Er hat zeitgenössische Musik aufgeführt wie etwa: Vokal-, Live-Elektronik- oder Performance-Werke von John Cage, Cornelius Cardew, Christian Wolff, Tom Johnson, Dieter Schnebel, TAKAHASHI Yuji, YUASA Joji und Fluxus, einschließlich der Welt- und Japan-Premiere von Cages "Variations VII", "Europera 5" und "Waterwalk". Adachi ist der einzige Interpret von Lautpoesie in Japan und hat Kurt Schwitters "Ursonate" zum ersten Mal in Japan aufgeführt. Er hat mehrere Klanginstallationen und Originalinstrumente gebaut (z.B. "Tomomin", sein handgefertigtes elektrisches Instrument ist vielen Musikern bekannt). Auf dem Gebiet der Theatermusik hat er mit einigen experimentellen Theatern und Tänzern zusammengearbeitet. Er hat auch viele Konzerte organisiert, die experimentelle Musik, Klangkunst, Zusammenarbeit und interdisziplinäre Performance in Japan und Deutschland aufgreifen, darunter Konzerte mit Chris Mann, Trevor Wishart, Nicolas Collins und STEIM in Japan. 2011 gründete er mit seinen Studenten in Tokio das "Ensemble für experimentelle Musik und Theater", das sich mit Stücken von Fluxus und neueren konzeptuellen Komponisten beschäftigt.
Er hat mit zahlreichen Musikern, Tänzern und Filmemachern zusammengearbeitet, darunter Jaap Blonk, Nicolas Collins, Carl Stone, TAKAHASHI Yuji, SAKATA Akira, ICHIYANAGI Toshi, TANAKA Yumiko, dj sniff, Jerome Noetinger, SUZUKI Akio, Alessandro Bosseti, Ignaz Schick, FURUDATE Tetsuo, Jennifer Walshe, Annette Krebs, Dickson Dee, Zbigniew Karkowski, Johannes Bergmark, MAKIGAMI Koichi, Butch Morris, Jon Rose, OTOMO Yoshihide, ITOH Kim, IIMURA Takahiko, ISHIDA Takashi. Er hat seine Werke in Japan, Europa, den USA, Australien und anderen asiatischen Ländern an vielen verschiedenen Orten präsentiert, darunter Tate Modern, IRCAM/Centre Pompidou, Hamburger Bahnhof Museum, Haus der Berliner Festspiele, Akademie der Künste Berlin, Waker Art Center, STEIM, Experimental Intermedia, ZKM, Merkin Hall, Ontological-Hysteric Theater, Roulette, Tonic, The National Museum of Art Osaka, Super Deluxe, La Mama Theatre Melbourne, Anthology Film Archives und 21th Century Museum of Contemporary Art Kanazawa. Er hat Vorträge an der Tama Art University, dem Yotsuya Art Studium, der School of the Art Institute of Chicago, der Universität der Künste Berlin, dem Mills College, dem Bard College und dem London College of Communication gehalten. Als Kritiker hat er in Zeitungen und Zeitschriften über bildende Kunst, Musik und Performance-Kunst geschrieben. Er hat an einem kunsttheoretischen Bulletin "Method" 2000-2001 teilgenommen. 2003 begann er mit visueller Kunst (Video und Installation). Er hielt sich 2009-2010 als Stipendiat des Asian Cultural Council in New York auf. Außerdem wurde er 2012 vom DAAD als Komponist nach Berlin eingeladen und erhielt den Award of Distinction von Ars Electronica 2019. Seine CDs wurden bei Naya Records, Tzadik, Fontec und Omegapoint veröffentlicht.

http://www.adachitomomi.com/

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Ayşe Cansu Tanrıkulu ist eine türkische Jazzsängerin
Tanrıkulu studierte zunächst Psychologie an der Bilkent-Universität und schloss das Studium 2013 mit Auszeichnung ab. Seit 2008 trat sie daneben als Sängerin in Ankara und auf türkischen Universitätsfestivals auf, wobei sie sich zunehmend auf Jazz spezialisierte. Weiterhin studierte sie Jazz- und zeitgenössischen Gesang zunächst am staatlichen Konservatorium der Başkent-Universität Ankara, dann am Jazz-Institut Berlin. Dort erhielt sie 2018 den Preis des Jazz-Institut Berlin.
Tanrıkulu arbeitete als Solistin mit der Turkish Harmony Stars Big Band, im Ensemble O um Dora Osterloh und in Last Chance to Misbehave um Julia Hülsmann. Mit ihrer eigenen Band präsentierte sie ein Strayhorn-Programm. Mit MEOW! (mit Jim Black, Liz Kosack, Dan Peter Sundland) trat sie 2019 beim Jazzfestival Saalfelden auf. Weiter arbeitet sie im Trio mit Greg Cohen und Tobias Delius, das für einen Auftritt beim JazzFest Berlin 2021 mit Gast Marc Ribot auftrat. Mit Anthony Braxtons Sonic Genome eröffnete sie 2019 das JazzFest Berlin; dort war sie auch mit ihrem Trio Melez, zu dem Jim Black und Elias Stemeseder gehörten, zu erleben. Außerdem ist sie auf Alben des Duos Nido (Leitmotiv Grundgesetz) und von David August (D'Angelo) zu hören. Mit James Banners Usine trat sie 2020 im Berliner A-Trane auf.

http://www.aysecansutanrikulu.com/

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Nick Dunston ist ein akustischer und elektroakustischer Komponist, Improvisator und Bassist. Er ist ein "unverzichtbarer Akteur der New Yorker Avantgarde" (New York Times) und tritt an einer Vielzahl von Veranstaltungsorten und auf Festivals in Nordamerika und Europa auf. Er hat mit Künstlern wie Marc Ribot, Ches Smith, Mary Halvorson, Imani Uzuri, Ingrid Laubrock, Tyshawn Sorey, Anna Webber, Amirtha Kidambi und Vijay Iyer zusammengearbeitet. Neben drei unter seinem Namen veröffentlichten Studioalben wurde Dunston auch von Künstlern wie Bang on a Can, JACK Quartet, Ex-Aequo, Bass Players for Black Composers, Johnny Gandelsman, T R O M P O, Maggie Cox, Joanna Mattrey und Joy Guidry beauftragt. Im Jahr 2020 war er in Zusammenarbeit mit Dogbotic Labs Mitbegründer von "Ear Re-training", einem Musikkompositionskurs über medienübergreifende experimentelle Techniken. Derzeit ist er Artist-in-Residence beim Wet Ink Ensemble für die Saison 2021-2022.

http://www.nickdunston.org/

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Kriton Beyer ist ein deutsch-griechischer Musiker und Komponist, der – als Performer und Improvisator – hauptsächlich mit dem Harmonium und dem Daxophon arbeitet.

Er studierte Musikwissenschaft an der Aristoteles-Universität von Thessaloniki in Griechenland. Von 1990 – 2004 spielte er mit einer Vielzahl von lokalen Musikgruppen in Griechenland zusammen, wie Sakis Papadimitrious Truppe "omada epi topou" (das "Ad-hoc-Ensemble") und der Post-Rock-Gruppe "Sigmatropic". Im Jahr 2004 zog er nach Berlin, wo er sich intensiv mit der Improvisations-Szene der Stadt beschäftigte.

Seitdem arbeitete er mit zahlreichen Musikern zusammen wie Axel Dörner, Kalle Kalima, Fred Lonberg-Holm, Kresten Osgood, Tristan Honsinger, Tomomi Adachi, Richard Scott, Willi Kellers, Matthias Bauer, Antonis Anissegos, Olaf Rupp, Els Vandeweyer, Harri Sjöström, Nicola Hein und Liz Allbee. Kriton Beyer ist Mitglied des elektroakustischen Trios "uproot", der Ensembles "Redox Reaction", "AEAEA" und des "Berlin Soundpainting Orchestra". Er ist beteiligt am Multimediaprojekt "Dark Eye" mit Korhan Erel und Nicolas Wiese, dem "Experiment zu Klang, Licht und Bewegung: enLIGHTenment" mit der Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki und hat mit der japanischen bildenden Künstlerin und Live-Malerin Akiko Nakayama zusammengearbeitet.

In seiner Arbeit mit dem Harmonium nutzt Kriton Beyer sowohl den natürlichen Klang seines Instruments und "traditionelle" Spieltechniken als auch Präparationen, Objekte und erweiterte Techniken. Sein Daxophonspiel zeichnet sich durch eine sehr persönliche musikalische und klangliche Ästhetik aus, die von der des Erfinders des Instruments Hans Reichel abweicht, der oft einen tonalen Zugang zum Instrument hatte. Kriton Beyer arbeitet mal mit einem reduzierten, minimalen und streng akustischen Klang des Instruments, oder aber – im Gegensatz dazu – auch mit Setups, die von subtilem bis hin zu exzessivem Einsatz von Effekten und Elektronik reichen.

Als improvisierender Musiker ist er in ganz Europa aufgetreten. Seine Kompositionen basieren größtenteils auf konzeptioneller Kunst. Kriton Beyer hat darüber hinaus die Musik-Software CinePrompt® konzipiert und entworfen, die speziell für den Einsatz zur musikalischen Improvisation bei Live-Performances und Live-Aufnahmen zu Filmen entwickelt wurde.
Er kuratiert und leitet die Konzertreihe und das Musiklabel "The Procrustean Bed", das sich der experimentellen improvisierten Musik widmet, sowie die Performance-Reihe "Audiovisual Ventures at the Kühlspot Social Club", die sich der visuellen Echtzeit-Performance und der improvisierten Musik widmet.

https://www.kritonbeyer.com/

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Tomomi Adachi, Stimme, Elektronik
Cansu Tanrıkulu, Stimme, Elektronik
Nick Dunston, Kontrabass, Elektronik
Kriton Beyer, Daxophon, Elektronik

Vier etablierte Musiker der internationalen Jazz- und Improvisationsszene kommen im Kühlspot Social Club für ein einmaliges und einzigartiges Konzert experimenteller improvisierter Musik zusammen.

  • Dauer: 01:00h, Pausen: ja
  • Kühlspot Social Club
  • Lehderstrasse 74-79, Berlin
  • Bemerkungen zum Ort: Berlin
  • Barrierefreiheit: motorische Einschränkungen / kognitive Einschränkungen
  • Ticketpreis: 10 EUR