© Helge Krückenberg
So, 05/09/2021, 21:00 Uhr
Komponierte Musik / Musiktheater / Oper / Konzert

David Bennent, Hermann Kretzschmar, Ueli Wiget


Musikfest Berlin

„Ich reise nicht mehr. Reisen, was für ein Interesse sollte das für mich haben?“, hört man die helle, brüchige Stimme David Bennents sagen, und unwillkürlich ist die Gegenwart präsent, ein Stich ins Herz. Klänge von präparierten Klavieren, eine Stimme und Live Elektronik, die Körper des Schauspielers und zweier Pianist*innen. Der „Liberté d'action“, der Handlungsfreiheit, sind auf der Bühne enge Grenzen gesetzt — wie im richtigen Leben.
Im Mittelpunkt der neuen Arbeit des Theatermachers und Komponisten Heiner Goebbels steht das Werk eines unangepassten Einzelgängers und Außenseiters: Henri Michaux (1899 – 1984). Ein herausragender Maler und zugleich ein höchst moderner, sprachgewaltiger Dichter. In seinen poetischen, beschwörenden und explosiven Texten betreibt er eine Art Exorzismus gegen sich und den Rest der Welt.
Michauxs grundlegendem Misstrauen der Sprache gegenüber entspricht in diesem szenischen Konzert die Stimme David Bennents, die — im französischen Original und in deutscher Übersetzung — auf so virtuose wie vielfältige Weise agiert. Immer wieder aber wird ihr der Platz streitig gemacht von den akustisch-musikalischen Aktionen der Klaviere.

  • Heiner Goebbels: »Liberté d’action« Szenisches Konzert, mit Texten von Henri Michaux (1899 – 1984) (2021)

David Bennent, Performer
Hermann Kretzschmar, Klavier
Ueli Wiget, Klavier
Heiner Goebbels, Musik, Regie, Bühne
Paul Jeukendrup, Klangregie
Heiner Goebbels, Licht
Marc Thein, Licht
Florence von Gerkan, Kostüme
Diego Ramos Rodriguez, Musikalische Assistenz
Diego Ramos Rodriguez, Transkription
Lisa Schettel, Assistenz
Sóley Sigurjónsdóttir, Hospitanz

Mit der Handlungsfreiheit auf der Bühne wie im Leben beschäftigt sich das neue Werk Goebbels. Basierend auf Texten des Malers und Dichters Michaux ist ein szenisches Konzert, ein Wettstreit zwischen einem Performer und zwei Pianisten entstanden.