© Paolo Monti – serie fotografica (Venezia, 1950) – BEIC 6346778, detail, CC BY-SA 4.0
Sa, 04/09/2021, 21:00 Uhr
Komponierte Musik / Musiktheater / Oper / Konzert

ENDOR


Musikfest Berlin

Die Sopranistin Anna Prohaska genießt hohes Ansehen, nicht nur ihrer großartigen Stimme wegen, sondern auch für ihre innovativen Programmzusammenstellungen. Gleichermaßen zu Hause in der Musik der Barockzeit wie in der zeitgenössischen Musik liebt sie stilübergreifende und kontrastreiche Gegenüberstellungen von Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten. Zum Musikfest Berlin hat sie gemeinsam mit dem Cellisten Nicolas Altstaedt und dem Cembalisten Francesco Corti ein Programm erarbeitet, das sich den Themenkreisen Sprachverwirrung, Einsamkeit, Verzweiflung und Tod nähert: Der Lübecker Marienorganist Franz Tunder hat einfühlsam das Psalmlied „An Wasserflüssen Babylon“ vertont, dessen Text an die schmerzvollen Erfahrungen des Volkes Israel während des babylonischen Exils erinnert. In seinem Oratorium „Saul“ schildert Georg Friedrich Händel den dramatischen Konflikt zwischen David und Saul und lässt dabei auch die biblisch überlieferte „Hexe von Endor“ zu Wort kommen. Im selben Kontext siedelt sich Wolfgang Rihms neueste Komposition „Gebet der Hexe von Endor“ an, die in diesem Konzert uraufgeführt wird. Hinzu kommen zwei Lieder des englischen Komponisten John Tavener auf Verse der russischen Dichterin Anna Achmatowa, deren spätes Schaffen stark vom Schrecken der Stalin-Ära geprägt war sowie expressive instrumentale Werke für Violoncello und Cembalo. Schlusspunkt des Konzerts bildet eine weitere Uraufführung: „Sister Death“ von Jörg Widmann, eine Szene aus der Oper „Babylon“, die sich mit den Grenzen der Sprache und der Sprachverwirrung auseinandersetzt.

  • John Tavener: »Dante« aus: Akhmatova Songs | für Sopran und Violoncello (1993)
  • Franz Tunder: »An Wasserflüssen Babylon« für Sopran, Violoncello und Orgel (1645)
  • Vincenzo Bonizzi: »Pis ne me peux venir« Passeggiata für Violoncello und Cembalo (1626)
  • Georg Friedrich Händel: »Author of Peace« aus: Saul, 2. Akt HWV 53 | für Sopran, Violoncello und Orgel (1738)
  • Alexander Tcherepnin: »Tartar Dance« aus: Songs and Dances | für Violoncello und Cembalo (1953)
  • Joseph-Nicolas-Pancrace Royer: »Marche des Scythes« aus: Premier livre des pièces de clavecin | für Cembalo (1746)
  • Zoltán Kodály: »Allegro molto vivace« aus: Sonate für Violoncello solo op. 8, 3. Satz | für Violoncello (1915)
  • Wolfgang Rihm: »Gebet der Hexe von Endor« aus den Materialien zum Theaterstück Saul von Botho Strauß | Kantate für Sopran und Violoncello | Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin (Uraufführung)
  • John Tavener: »Muza (Muse)« aus: Akhmatova Songs | für Sopran und Violoncello (1993)
  • Georg Friedrich Händel: »Infernal Spirits« aus: Saul , 3. Akt, 2. Szene HWV 53 | für Sopran, Cello und Orgel (1738)
  • Marin Marais: »Le Tourbillon« aus: Suite d’Un Goût Étranger | für Violoncello und Cembalo (1717)
  • Luciano Berio: »Ninna Nanna« aus: Naturale | für Violoncello und Orgel (1985)
  • Georg Friedrich Händel: »Credete al Mio Dolore« aus: Alcina, 3. Akt, 1 Szene HWV 34 | für Sopran, Violoncello und Orgel (1735)
  • Heinrich Scheidemann: »Pavana Lachrymae d-Moll WV 106« für Cembalo
  • John Tavener: »Smert (Tod)« aus: Akhmatova Songs | für Sopran und Violoncello (1993)
  • Jörg Widmann: »Sister Death« letzte Szene aus der Oper Babylon | für Sopran, Violoncello, Orgel und Synthesizer | Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin (Uraufführung)

Anna Prohaska, Sopran
Nicolas Altstaedt, Violoncello
Francesco Corti, Orgel,Cembalo

Die Sopranistin Prohaska, der Cellist Altstaedt und der Cembalist Corti haben ein Jahrhunderte übergreifendes Programm zusammengestellt. Meilensteine und Entdeckungen der Barockmusik werden von Werken des 20. und 21. Jahrhunderts beantwortet.

http://www.berlinerfestspiele.de/musikfest

  • Dauer: 1:00h
  • Philharmonie
  • Herbert-von-Karajan-Str. 1, Berlin