So, 26/09/2021, 20:00 Uhr
Elektronische Musik / Komponierte Musik / Konzert

Progetto Positano 2021


Portraitkonzert Liisa Hirsch & Chris Swithinbank

Seit 2017 führt das ensemble mosaik in Zusammenarbeit mit der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Wilhelm-Kempff-Kulturstiftung das Stipendienprogramm Progetto Positano durch. Jedes Jahr werden dafür zwei junge Komponistinnen eingeladen, einen Monat in der Casa Orfeo im italienischen Positano zu leben und zu arbeiten. Zudem präsentiert das ensemble mosaik die Werke der Stipendiatinnen beim Portraitkonzert in Berlin.
2021 erhalten die estnische Komponistin Liisa Hirsch und der luxemburgisch-us-amerikanische Komponist Chris Swithinbank das Stipendium. Das Konzert ist eine Werkschau dieser beiden sehr unterschiedlichen Stimmen. Hirschs akribische Klangforschung trifft darin auf Swithinbanks Ansatz kollektiver Kompositionsprozesse.
LIISA HIRSCH schreibt für Orchester, Ensembles in verschiedensten Besetzungen und Chor. Zudem ist sie als Theater- und Filmkomponistin aktiv. Das Hauptaugenmerk ihrer Arbeiten gilt einer sensiblen Klangfarbengestaltung und der Fokussierung auf den Klang, sowie der Reinheit der Form und einem forschungsorientierten Kompositionsprozess. Mikrotonale Reflexionen sind in ihren Werken ebenso zu beobachten. In jüngerer Zeit interessiert sie sich besonders für Methoden, die ein konzentriertes Hören fördern.
Hirsch hat in verschiedenen Kollektiven für freie Improvisation und Indie-Musik Keyboard, Synthesizer und Elektronik gespielt. Als Sängerin war sie Mitglied des Vokalensembles Heinavanker, des Kammerchors der Musikakademie Tallinn und im Kammerchor der Universität Tallinn gesungen.

CHRIS SWITHINBANK sagt über seine Arbeit: „Mit meiner Musik hoffe ich, Türen zu öffnen in Welten, die sonst vielleicht gar nicht existieren würden. Sie soll Materialien zu Gesamtkontexten zusammenführen, die widerstandsfähigen menschlichen Performer eine Gemeinschaftsanstrengungen abverlangen. Mich interessiert die Arbeit in instabilen und kontingenten Situationen, die zugleich eine Reaktion erfordern, den beteiligten aber auch Freiheit bieten. So zum Beispiel in meinem Streichquartett union-seam, in dem die Interpret*innen sich ein Instrument teilen, wobei sie mitunter durch gemeinsames Handeln einen einzigen Klang erzeugen, wodurch sie einen intimen Reaktionsraum zwischen einander und der Resonanz ihres gemeinsamen Instruments erschaffen.“

Das Progetto Positano blickt mittlerweile auf vier Stipendienjahrgänge zurück, die zu fruchtbaren stetigen und vertrauensvollen Zusammenarbeiten des ensemble mosaik mit äußerst spannenden jungen Künstler*innen geführt haben. Bisher erhielten das Stipendium: Wojtek Blecharz, Óscar Escudero, Andreas Eduardo Frank, Sara Glojnarić, Julia Mihály, Manuel Rodríguez Valenzuela und Johan Svensson.

  • Liisa Hirsch: »Glides-Negatif« für ensemble (2014/21)
  • Liisa Hirsch: »Dynamics of Contact« für Streichtrio (2017/21)
  • Liisa Hirsch: »Cloud Tones« für Viola und Klavier (2015/17)
  • Liisa Hirsch: »Neues Werk« für Ensemble (2021, UA)
  • Chris Swithinbank: »this line comes from the past« für zwölf Instrumente und Dirigent (2018)
  • Chris Swithinbank: »union|haze« für Ensemble (2016)
  • Chris Swithinbank: »Neues Werk« für Ensemble (2021, UA)

ensemble mosaik

Enno Poppe, Leitung
Bettina Junge, Flöte
Simon Strasser, Oboe
Christian Vogel, Klarinette
Martin Losert, Saxofon
Roland Neffe, Schlagzeug
Ernst Surberg, Klavier
Chatschatur Kanajan, Violine
Karen Lorenz, Viola
Niklas Seidl, Cello
Arne Vierck, Klangregie

Das Konzert stellt Liisa Hirschs akribische Klangforschung Chris Swithinbanks Ansatz kollektiver Kompositionsprozesse gegenüber. Beide sind 2021 Stipendiat*innen des Progetto Positano von ensemble mosaik und Ernst von Siemens Musikstiftung.

https://progettopositano.org/

  • St. Elisabeth-Kirche
  • Invalidenstr. 3, Berlin
  • Ticketpreis: 15 / 10 €
  • Kartenvorbestellung: 030 536 759 71
  • Ticketverkauf