Do, 10/06/2021, 21:00 Uhr
Konzert

Ruf der Heimat


[Live-Indoor]

Ruf der Heimat ist eine der Gruppen die, seit Gründung 1992, immer mit dem Jazzkeller 69 e.V. verbunden war. Heute nun das Release-Konzert der neuen Heimat-CD auf Jazzwerkstatt (jw 2o2).
In den Liner-Notes der grade erschienenen Produktion in neuer Besetzung heißt es:
Spiel, spiel, spiel, spiel


Die Musik klingt anders, bleibt aber genauso genial. Mehrstimmige Melodien und Rhythmen bestimmen das Klangbild. Der Jazz wird noch mehr zur Heimat.
Die Metamorphose gelingt! Die Musik passt in die neue Zeit.


„Thewes ist nicht einfach ein Ersatz für das Free-Jazz-Urgestein, sondern verleiht der Band mit seiner Posaune eine völlig neue Dynamik.“
~ Wolf Kampmann, Jazzthing 2018


„Die Männer haben den Groove und den Blues.“
~ Fränkische Nachrichten


Was liegt jetzt näher als eine neue CD. Es wird Zeit.
„Ruf der Heimat“ gründete sich 1992, zunächst nur mit Ernst-Ludwig Petrowsky als zweiten Saxofonisten, dann einige Jahre verstärkt mit Peter Brötzmann, oder auch immer wieder in der erweiterten Formation mit Petrowsky und Heinz Sauer.
Dazwischen aber auch Touren mit Charles Gayle, Roy Campbell, Johannes Bauer und Olaf Rupp.


Gut 70 Minuten fintenreiche Musik voller Intensität und Hintersinn, die zum Spannendsten zählt, was der aktuelle deutsche Jazz hervorbrachte in diesen Tagen. Live aufgenommen im Spielraum Heiligenwald nahe Saarbrücken, präsentiert sich die Band mit Bassist Jan Roder und Posaunist Christof Thewes nach den gesundheits- und altersbedingten Ausstiegen von Petrowsky und Winckel in neuer Höchstform, und schnell ist klar, dass die beiden Neuen viel mehr sind als nur Auswechselspieler.
Zwei etwa halbstündige Piecen werden gefolgt von zwei kürzeren und wieder staunt man, wie logisch hier die freien Flüge wirken, als wäre nichts dem Zufall überlassen.
Parallel legt Borgmann im Trio „Keys & Screws“ unter dem tiefstapelnden Titel „Some More Jazz“ mit Kellers und Roder noch so einen Geniestreich freier Musik vor. Borgmann und Kellers präsentieren ihre Kunst voller Tiefenschärfe und Spannung.
Alles andere als wildes Drauflosspielen definiert die klug strukturierte, ungeschwätzige Ruf der Heimat-Musik. Es ist ein hohes Vergnügen zu verfolgen, wie sie ihr Material drehen und wenden. Das ist wie eine logisch plausible Durchleuchtung der langen Geschichte der freien Musik. Erworbene Fertigkeiten und daraus resultierende Sicherheit bestimmen ihre Dramaturgie.
Das ist im mindestens doppelten Wortsinn erwachsene Musik.
~ Ulrich Steinmetzger, 5-seitiges Portrait: Sonic-Magazin, März 2021

Ruf der Heimat

Thomas Borgmann, reed
Christof Thewes, thrombone
Jan Roder, bass
Willi Kellers, drums

  • b-flat
  • Dircksenstraße 40, Berlin
  • Bemerkungen zum Ort: Berlin