(c) Paul Valikoski
Fr, 24/01/2020, 18:00 Uhr
Konzert / Performance

Pas de deux #1 – Constructing Love

Das „Pas de deux“ - die Schritte zu zweit, ursprünglich das Liebesduett des Ballets, ist der Moment der höchsten Virtuosität und Harmonie zweier Tänzer*innen. Das Solistenensemble Kaleidoskop löst mit der neuen Reihe, die die Musikalität des Körpers und die Körperlichkeit der Musik als Forschungsgebiet hat, diesen Moment aus seinem klassischen Zusammenhang und untersucht mit kurzen Duetten auch die andere Bedeutung des französischen Begriffs Pas de deux - Es gibt keine Zwei. Aus diesem Spannungsfeld der sich widersprechenden Bedeutungen zwischen Harmonie und Verneinung könnte eine „Liebeskonstruktion“ ganz nach Alain Badiou entstehen:

„Die Liebe hat zuerst mit einer Unterscheidung oder einer Trennung zu tun, die der schlichte Unterschied zwischen zwei Personen mit ihrer unendlichen Subjektivität sein kann. [...] Anders gesagt, Sie haben in der Liebe ein erstes Element, nämlich die Unterscheidung, eine Trennung, einen Unterschied, eine ZWEI. Ausgehend von diesem Ereignis kann die Liebe beginnen und einsetzen. [...] Die "Bühne der Zwei" ist eröffnet.“ (Lob der Liebe, Alain Badiou)

Die Bühne der Zwei wird von einer Choreografin/einem Choreografen und einer Musikerin/einem Musiker von Kaleidoskop betreten, aber der Ausgang ist offen. Ob es zu einer Verschmelzung von Musik und Bewegung kommt, zu einer Gegenüberstellung oder letztendlich zu einer Trennung der beiden, wird jedem Duo selbst überlassen. So entstehen ständig sich changierende Konstellationen zweier Künstler*innen, die sich in einem gemeinsamen Arbeitsprozess immer wieder neu dem Ereignis der Begegnung, ihren Unterschieden und dem Risiko einer Liebeskonstruktion stellen.

„Constructing Love“ ist das erste Duett der Reihe. Die finnische Choreografin Milla Koistinen und Paul Valikoski, Musiker und Performer vom Solistenensemble Kaleidoskop laden das Publikum ein, einen Raum von Objekten und Klängen zu betreten, in dem Begegnung, Trennung, Vereinigung und Ende gleichermaßen erlebbar werden. Eine markante Choreografie spannt den Bogen zwischen individuellem Nachsinnen und Momenten des gemeinsamen Erlebens.

„Denn jeder weiss, dass Liebe eine Neuerfindung des Lebens ist. Die Liebe neu zu erfinden, bedeutet diese Neuerfindung neu zu erfinden.“ (Alain Badiou)

In diesem Stück laden Koistinen und Valikoski das Publikum ein, über diese Neuerfindung nachzudenken.

„Pas de deux #1 – Constructing Love“ findet statt im Rahmen von New Empathies – eine Programmreihe des Radialsystem zur Praxis des Empathischen.

In „Constructing Love“, dem ersten Teil der neuen Reihe „Pas de deux“ des Solistenensemble Kaleidoskop, laden die Choreografin Milla Koistinen und der Musiker Paul Valikoski dazu ein, über eine Neuerfindung des Lebens und der Liebe nachzudenken.

www.kaleidoskopmusik.de

  • radialsystem
  • Holzmarktstraße 33, Berlin
  • Barrierefreiheit: Sehbehinderung und Blindheit / motorische Einschränkungen
  • Ticketpreis: 8 € / 4 €
  • Kartenvorbestellung: 030 – 288 788 50
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