Mi, 19/06/2019, 20:00 Uhr
Konzert / Echtzeitmusik / Improvisation

Audiovisionen: rand


Jan Gerdes + Dr. Nojoke

rand ​ist ein Crossover Projekt an der Schnittstelle von klassischer und elektronischer Musik mit Bezügen zu Minimal Music, Romantik, Neuer Musik, Jazz, Ambient, Industrial, Glitch, Clicks & Cuts und Techno.

Der Berliner Konzertpianist Jan Gerdes und der Berliner Elektronikkünstler und Technoproduzent Frank Bogdanowitz alias Dr.Nojoke trafen sich im Herbst 2017, um über ihre unterschiedlichen musikalischen Welten zu diskutieren. Erste musikalische Experimente führten zu dem Entschluss, ein gemeinsames künstlerisches Projekt zu starten. Beiden Künstlern gemein ist die Faszination für die akustische und performative Verschränkung des individualisierten, poetischen und lyrischen Klavierklangs mit den überwältigenden, orchestralen und bizarren Klanglandschaften elektronischer Musik. In diesem Spannungsfeld analoger und digitaler Sounds treffen einsame Klavierlinien auf bedrohliche dronige Klangwände, repetitive Klavierpatterns bestehen neben kristallinen elektronischen Impulsen und lassen phantastische Atmosphären und Klangszenarien entstehen. Dabei geht es beiden Künstlern von ​rand ​um die musikalische Balance von romantischen Klaviermotiven und rhythmischen Pulsationen sowie zeitgenössisch-experimentellen Klanggebilden und deren dissoziativer Klänge. Momente der Transformation und des Übergangs von fragilen akustischen Momenten zu dichteren oder sogar monströsen elektroakustischen Texturen und deren Prozesse der Verwandlung des musikalischen Materials durch Verdichtung und Auflösung bringen die Lebendigkeit, Kreativität und Magie ihrer Musik zum Vorschein.
Die Musik von ​rand ​beschreibt den Zustand des zerbrechlichen Individuums mit seinem Bedürfnis nach Emotionalität und Geborgenheit in einer zunehmend durch digitale Technologie und urbane Kälte geprägten, entfremdeten Welt. Diese Brüche und Verwerfungen schaffen bedrohliche und abgründige Szenarien, offenbaren aber auch Räume mannigfaltiger Schönheit, Poesie und Stille.

Jan Gerdes

Der Pianist Jan Gerdes ist ein Pianist zwischen Tradition und Avantgarde und beherrscht sowohl das klassisch romantische als auch das zeitgenössische Repertoire. So spielt er in einem seiner vielseitigen Recital-Programme sowohl Bachs GoldbergVariationen als auch Stockhausens Klavierstücke.
Gerdes arbeitete mit einigen der führenden zeitgenössischen Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und Peter Ruzicka zusammen und spielte Uraufführungen vieler weiterer Werke namhafter Komponisten wie Sidney Corbett, Peter Gahn, Brice Pauset, Moritz Eggert, Annette Schlünz, Markus Bongartz, Marcus Antonius Wesselmann und vielen mehr. Als Grenzgänger zwischen Klassik, Neue Musik, Elektronika und Performance gründete er 2004 gemeinsam mit Thomas Andritschke das Improvisations-Kompositions- Duo „ EROL“, welches die Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Klaviermusik und elektronischer Clubkultur auslotet.
www.jan-gerdes.de

Dr.Nojoke

"Dr.Nojoke is a producer and performer – his live sets continually bring new and unique sounds to the table, a combination of field-recordings, self-made sounds, and highly conceptual production that redefine the way we understand electronic music. A Berlin native and leader in directional minimal techno (or “clikno” as he describes it), Dr.Nojoke is a master of rethinking ordinary musicality and procuring new uses for the everyday. "Emma Robertson"
Seit 2005 arbeitet Dr.Nojoke an technoiden Klangskulpturen, die auf selbstgemachten Feldaufnahmen basieren. Er definiert eine tiefe, minimale, groovige und eigenwillige Musik, die er CLIKNO nennt. Immer mit einem experimentellen Ansatz in der Produktion verwandelt Dr.Nojoke akustische Klänge in hochtechnologische Musik - und reflektiert die reale Welt in einem elektronischen Sound. Randomisierte Harmonie- und Melodieschemata, nicht-stereotypische Klänge und Hook-Lines brechen willentlich Klischees auf. Nebenher erstellt er immer wieder auch experimentelle und konzeptionelle Alben, so zum Beispiel „Unexpressed“ auf dem UNOIKI Label, mit einem starken Bezug zu Clicks & Cuts, Glitch und ambient Musik. Seit ein paar Jahren beschäftigt er sich zunehmend mit ambienten, immersiven und texturalen Klängen, für die er den Künstlernamen Anomali verwendet. Hauptthema ist hier „Essence & Emptiness“ mit einem explorativen und auch selbst-therapeutischen Ansatz.
www.drnojoke.de

  • Jan Gerdes, Frank Bogdanowitz

rand

Jan Gerdes, Piano
Dr. Nojoke, Live Elektronik

  • Dauer: 2h
  • Kulturraum Zwingli Kirche
  • Rotherstrasse 10, Berlin
  • Barrierefreiheit: motorische Einschränkungen
  • Ticketpreis: 8 / 6 (ermässigt)