Di, 13/12/2022, 20:00 Uhr
Echtzeitmusik / Improvisation / Klangkunst / Sound Art / Konzert

BEYER–DIMTRIADIS–LEMOINE–ROSE


Improvisierte Musik im Kühlspot Social Club

Philippe Lemoine ist ein französischer Tenorsaxophonist, der seit den frühen 90er Jahren in zeitgenössischem Jazz und improvisierter Musik aktiv ist. Er erforscht die Ausdrucksmöglichkeiten seines Saxophons, entwickelt seine persönliche musikalische Sprache mit einem breiten Vokabular an Dynamik, Tonhöhen, Dichten und Geschwindigkeiten und erweitert die akustischen Grenzen des Instruments.
In abstrakteren Improvisationskontexten wie den Ensembles Squid Lux, Via Lucis Trio, Le Grand 8, den Duos mit Simon Rose (Bariton-Saxophon), mit Yorgos Dimitriadis (Schlagzeug), mit Wolfgang Seidel (Synthesizer) und mit Klaus Kürvers (Kontrabass) nutzt er das Saxophon als Frequenzgenerator, ein Klangwerkzeug aus Holz und Metall, um mit Luft und Wasser zu spielen, näher an der Tradition der elektroakustischen Musik. In Contemporary-Jazz-Kontexten wie dem Quartett ION ot Philadelphie setzt er seine hochentwickelte und kontrollierte Spieltechnik und seine proaktive Kraft ein, um dem Klang des Ensembles zu dienen. Seine frische, gewundene und atonale Phrasierung hat einen Umfang von fast vier Oktaven, beinhaltet erweiterte Techniken wie Multiphonics, Circular Breathing und die Mischung aus Stimme und Klang. Mit dem Programm „Mélodramatic French Songs“ des Trios „Le Maigre feu de La nonne en Hiver“ spielt Philippe Lemoine wie ein Sänger, nur mit vorsichtiger Phrasierung, um möglichst nah an einer menschlichen Stimme zu stehen, als würde er Worte singen , suchen Sie nach der genauen Absicht jeder Note. Als Solist nutzt er alle Aspekte seiner starken Persönlichkeit in einer ausdrucksstarken, großzügigen und herausfordernden Erzählung. Lemoine war Leiter des Septetts „Kassalit“, das 1997 beim La Défense Jazz Contest als „beste Band“ und „beste Komposition“ ausgezeichnet wurde. Von 2002 bis 2005 trat er international auf und tourte mit dem Orchestre National de Jazz unter der Leitung von Claude Barthelemy. Als anerkannte Figur der Underground-Kunstszene in Europa war Lemoine auch an zahlreichen anderen Kollektiven und kollaborativen Bands in seinem Heimatland beteiligt, wie dem Circum Grand Orchestra in Lille oder „à plusieurs“ in Argenteuil, und hat geleitet und komponiert Musik für sein eigenes Quartett «Le Talent de La Colère».
https://philippelemoine.org/

Simon Rose ist ein britischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Baritonsaxophon, Altsaxophon) und Autor. Rose studierte zunächst Drama am Dartington College of Arts, die Lehrerausbildung absolvierte er an der University of Exeter. Nachdem er als Schauspiellehrer gearbeitet hatte, erwarb er 2008 den Master of Arts an der Middlesex University; anschließend absolvierte er ein Doktorandenstudium (Abschluss 2013) an der Glasgow Caledonian University. Er unterrichtete Schauspiel und Musik in London, u. a. arbeitete er auch mit Förderschülern.
Als Improvisationsmusiker spielte er seit Mitte der 1990er-Jahre zunächst mit Simon H. Fell und Mark Sanders bzw. Steve Noble in der Formation Badlands. 2007 trat er mit dem London Improvisers Orchestra auf (u. a. mit Lol Coxhill, Steve Beresford, Tony Marsh). In den folgenden Jahren arbeitete er auch mit Paul Stapleton, Willi Kellers, Kjell Nordeson und Pascal Nichols. Unter eigenem Namen spielte er die Soloalben Procession (auf dem Altsaxophon, FMR Records, 2007) und Schmetterling (auf dem Baritonsaxophon, erschienen auf Not Two Records) ein. Im Bereich des Jazz verzeichnet Tom Lord zwischen 1995 und 2016 elf Aufnahmesessions. Rose, der in Berlin lebt, arbeitet gegenwärtig (2019) etwa im Duo mit dem Pianisten Stefan Schultze, mit dem das Album „The Ten Thousand Things“ für das Label Red Toucan entstand, oder mit Nicola Hein.
Rose verfasste Beiträge über Improvisation für die Sammelbände Investigating Musical Performance (Ashgate, 2012), The Act of Musical Composition (Ashgate, 2014) und Organising and Music (Cambridge, 2014). 2017 veröffentlichte er das Buch „The Lived Experience of Improvisation in Music, Learning and Life“ (Intellect Ltd Publication Chicago), das sowohl auf seinen Erfahrungen als Musiker und Lehrer als auch auf einer Analyse von Interviews mit Improvisatoren wie Roscoe Mitchell, Pauline Oliveros und George Lewis und Anderen aufbaut.
https://www.simonrose.org/

Kriton Beyer ist ein deutsch-griechischer Musiker und Komponist, der – als Performer und Improvisator – hauptsächlich mit dem Harmonium und dem Daxophon arbeitet.
Er studierte Musikwissenschaft an der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland, wo er von 1990 – 2004 mit einer Vielzahl von lokalen Musikgruppen und Musikern wie Sakis Papadimitrou und Floros Floridis zusammenspielte. Im Jahr 2004 zog er nach Berlin, wo er sich intensiv mit der Improvisations-Szene der Stadt beschäftigte.
Seitdem arbeitete er mit zahlreichen Musikerinnen zusammen wie Phil Minton, Kalle Kalima, Fred Lonberg-Holm, Axel Dörner, Kresten Osgood, Tristan Honsinger, Tomomi Adachi, Richard Scott, Willi Kellers, Matthias Bauer, Antonis Anissegos, Olaf Rupp, Alexei Borisov, Els Vandeweyer, Harri Sjöström, Nicola Hein und Liz Allbee, Tänzerinnen wie Yuko Kaseki und Visuellen Künstlerinnen wie Akiko Nakayama. Kriton Beyer ist Mitglied des elektroakustischen Trios / Duos „uproot“, der Ensembles „Redox Reaction“, „AEAEA“ und des „Berlin Soundpainting Orchestra“.
Bei seiner Arbeit mit dem Harmonium nutzt Kriton Beyer sowohl den natürlichen Klang seines Instrumentes und „traditionelle“ Spielweisen als auch Präparationen, Objekte und unorthodoxe Spielweisen. Auch beim Spiel des Daxophons fällt seine persönliche, unkonventionelle Technik und sein überzeugender Klang auf, der u. a. auch durch die subtile Verwendung von Elektronik zustande kommt. Als Musiker der Improvisationsmusik ist er in ganz Europa aufgetreten. Seine Kompositionen sind größtenteils von der Konzeptkunst geprägt.
Kriton Beyer hat darüber hinaus die Musik-Software CinePrompt® konzipiert und entworfen, die speziell für den Einsatz zur musikalischen Improvisation zu Filmen entwickelt wurde. Er kuratiert und leitet die Konzertreihe / das Musiklabel „The Procrustean Bed“ sowie die Konzertreihe „Audiovisual Ventures at the Kühlspot Social Club“.
http://www.kritonbeyer.com/

Yorgos Dimitriadis ist ein in Berlin lebender griechischer Perkussionist, Komponist und Improvisator, der in den Bereichen improvisierte Musik und zeitgenössischen Jazz tätig ist. Er begann in den 80er Jahren in verschiedenen Rock- und Bluesbands in Griechenland professionell Schlagzeug zu spielen. Später studierte er Jazz-Schlagzeug in Boston, Massachusetts bei Bob Moses, Alan Dawson und Gary Chaffee. 1994 zog er mit Unterstützung des griechischen Kulturministeriums für einen zweijährigen Aufenthalt an der Cité Internationale des Arts nach Paris. Die nächsten zwölf Jahre war er als Sideman und mit eigenen Projekten (Trikyklo mit Stéphane Payen und Philippe Lemoine, Low Pitched mit Pierre Badaroux und Romano Pratesi, Tetrachromie mit Bruno Angelini und anderen) ein aktives Mitglied der Pariser Jazz- und improvisierten Musikszene Georgi Kornazov), während er gleichzeitig auch als Percussionist in verschiedenen Weltmusikgruppen mit Minino Garay et Les Tambours du Sud, Nedim Nalbantoglou 3, Mano Solo und vielen anderen tourte und Aufnahmen machte.
2006 zog er nach Berlin, wo er sich mehr auf improvisierte Musik konzentrierte und gleichzeitig begann, mit Elektronik zu experimentieren. Aktuelle Projekte umfassen ein Solo-Setup für Schlagzeug und Elektronik, die Trios GRIX mit Antonis Anissegos und Floros Floridis, GLUE mit Tom Arthurs und Miles Perkin, ALLIGATOR PEAR mit Frank Paul Schubert und Mike Majkowsky sowie ein Duo mit Tobias Delius.
Er spielte unter anderem mit Alexander von Schlippenbach, Paul Dunmall, Sirone, Mark Turner, Peter Kowald, Achim Kaufmann, Tristan Honsinger, Harri Sjöström, Nils Ostendorf, Antonio Borghini, Michel Hatzigeorgiou, Clayton Thomas, Sakis Papadimitriou, Günther „Baby“ Sommer , Gebhard Ullmann, Jan Roder, Daniel Erdmann, Matthias Müller, Edoardo Maraffa, Julie Sassoon, Lothar Ohlmeyer und Peter van Huffel.
https://www.yorgosdimitriadis.com/

LEMOINE / ROSE

Philippe Lemoine, Tenorsaxophon
Simon Rose, Baritonsaxophon

BEYER / DIMTRIADIS

Yorgos Dimitriadis, Schlagzeug, Mikrofone

BEYER / DIMTRIADIS / LEMOINE / ROSE

Simon Rose, Baritonsaxophon
Kriton Beyer, Daxophon, Elektronik
Yorgos Dimitriadis, Schlagzeug, Mikrofone

  • Dauer: 01:30h, Pausen: ja
  • Kühlspot Social Club
  • Lehderstrasse 74-79, Berlin
  • Barrierefreiheit: Sehbehinderung und Blindheit / motorische Einschränkungen / kognitive Einschränkungen
  • Ticketpreis: 10 EUR