Diana Romanova – Excercice d'écoute non​-​humaine (Klammklang, Zine/digital)

Die Klangforscherin Diana Romanova lebt in der russischen Stadt Schtscholkowo ein paar Autostunden außerhalb Moskaus und hat dort vermutlich die notwendige Ruhe, um sich über das Hören Gedanken zu machen. Ihr neues Album auf dem Label Klammklang zumindest heißt »Excercice d'écoute non​-​humaine«, eine nicht-menschliche Hörübung. Die fünf Stücke darauf basieren auf Field Recordings und scheinen aber weder einem Narrativ zu folgen noch bestimmte Situationen abzubilden – vielmehr geht es wohl darum, solche Ansprüche an Klang überhaupt hinter sich zu lassen. Dafür spricht auch das Format dieser ungewöhnlichen Veröffentlichung: ein Bündel von sechs verschiedenen Zines voller Illustrationen und Grafiken, die bisweilen abstrakt und geometrisch oder jedoch kontingent und greifbar scheinen. Versuchsanordnungen für nicht-menschliche Musik? Oder noch eher der Versuch, menschliches Sehverhalten genauso rabiat zu hinterfragen? Die Beantwortung dieser Fragen bedarf einiger Anstrengungen, die letztlich aber belohnt werden.