Catherine Graindorge – Eldorado (tak:til, LP/CD/digital)

Was eigentlich macht Musik unheimlich? Auf diese Frage mag es viele Antworten geben, im Falle von »Eldorado« sind es all die Geschichten, die Catherine Graindorge auf ihrem weitestgehend wortlosen Album verarbeitet. Durch die expressiven Kompositionen der Geigerin und Bratschistin spuken die Gespenster ihres eigenen Vaters und einer Frau, die den Gräueltaten in Ruanda entkam, um in Graindorges Heimatland Belgien nur wenige Tage nach ihrer sicheren Ankunft an Herzversagen zu sterben. Doch gibt es wie in den dicht geschichteten, bisweilen von dezenten Rhythmen eingerahmten neun Tracks auch lichte Momente, die als Inspiration dienten – nicht umsonst heißt dieses Album »Eldorado«. Über knapp 40 Minuten entspinnt Graindorge über flächige Drones und gelegentliche Annäherung an konventionelle Songstrukturen hinweg emotionale Kippbilder, die ebenso eindringlich und direkt klingen wie sie subtil in der Psyche nachwirken.