Atsuko Hatano – Cells #5 (Cassauna, MC/CD/digital)

Im Sommer wandte sich John Brien vom Vinyl ab. Der Grund: zu lange Wartezeiten. Seitdem bringt er über sein Label Important Records auch Reissues von Pauline-Oliveros-Aufnahmen auf Kassette heraus und pflegt überdies mit Cassauna auch das dazugehörige Tape-Sublabel. Ein Glück! Denn neben spannenden neuen Veröffentlichungen von Sahba Sizdahkani und Saint Abdullah legt er auch das vormals nur auf CD erhältliche Album »Cells #5« von Atsuko Hatano neu auf Magnetband auf. Darauf verfolgt die japanische Violinistin und Komponistin einen einzigartigen Ansatz: Diverse Instrumentalaufnahmen werden in einem langwierigen Prozess von mehr und mehr Streicheraufnahmen überlagert. Das Ergebnis dieser drei Jahre währenden Arbeit an den Stücken ist zugleich ungreifbar und doch extrem dicht – wunderlich und doch wundervoll. Die Art Album, die es nur selten zu hören gibt. Umso besser, dass Hatanos voriges Werk »Cells #2« demnächst ebenfalls von Cassauna neu aufgelegt wird.