Releases des Monats Oktober 2021

Anfang des Monats stellte Andrew Pekler eine etwas andere Art von ortsspezifischer Komposition vor: Bei »Browser Music 1« handelt es sich um eine über vier verschiedene YouTube-Videos (Part One, Part Two, Part Three, Part Four) aufgesplittete Komposition. Diese Videos sollen simultan, nicht aber zwangsläufig synchron zueinander laufen. Warum dann aber nicht eine Website basteln, auf der alle vier Spuren nach Zufallsprinzip übereinander gelegt werden? Das wiederum kann als gewitzter Kommentar auf unser widersprüchliches Konsumverhalten in digitalen Umgebungen: Ob mit Meditations-Apps, AdBlockern oder anderen Hilfsmitteln – der Titel von Peklers Werk spielt womöglich auch auf Brian Enos »Ambient 1« an – versuchen wir der Reizüberflutung entgegenzuwirken, indem wir mehr und mehr Werkzeuge in die Hand zu nehmen.

War es nicht auch ähnlich, als plötzlich wieder die ersten Veranstaltungen anstanden und wir unsere über die Zeiten von Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen angestaute innere Unruhe dadurch abzubauen versuchten, indem wir uns in vollen Zügen wieder ins (Kultur-)Leben schmissen? So oder so: Aktuell ist Live-Musik zu haben und für die kommenden Wochen und Monate gibt unser Kalender schon wieder einige Highlights her. In gebündelter, konzentrierter und deshalb garantiert nicht überfordernder Form sind sie – sowohl digital wie auch auf geduldigem Papier – in der neuen, 24. Ausgabe von field notes nachzulesen sein, die dieser Tage erscheint.

Fast schwieriger noch war es, sich angesichts der Fülle von neuen Veröffentlichungen für nur 15 Highlights zu entscheiden. Weshalb wir das auch nicht gemacht, sondern die Liste der Releases des Monats ein bisschen erweitert haben. Zwar blieben immer noch beispielsweise Veröffentlichungen der Vokalkünstlerin Phew, dem Folk-Remixer Tripp Shrub oder neue Alben auf dem Jazz-Label We Insist auf der Strecke, doch sollen die folgenden 19 Alben und drei Bücher mehr als genug Futter für den kommenden Monat und darüber hinaus gehen. Und weil Künstler*innen weiterhin auf jede mögliche Unterstützung angewiesen sind, raten wir dazu, bei jedem Album ein Lesezeichen zu setzen, anstatt es nur im nächsten neuen Tab zu öffnen. Zwischen all den anderen geöffneten geht es sonst ja noch verloren.