Kei Watanabe – Whisperings (Syrphe, CD/digital)

Ganze sechs neue Alben veröffentlicht Cedrik Fermont Ende Juli auf einen Schlag über sein Label Syrphe. Neben einem Solo-Release von Fermont selbst, seinen Improvisationen mit Marie Takahashi, einer Kollaboration zwischen Elisabetta Lanfredini und Nicolas Wiese unter dem Namen The Pond und dem iranisch-rumänischen (File-)Austauschprogramm zwischen Nyctalllz + Agdistiz gehört dazu auch »Whisperings«, das Debütalbum der Klangkünstlerin Kei Watanabe. Die sechs Stücke entstanden innerhalb der letzten vier Jahre in der srilankischen Stadt Colombo und der deutschen Hauptstadt. Geprägt sind sie einerseits von Watanabes Stimme und einem sehr offenen, improvisatorischen Verständnis des Wechselspiels zwischen den verschiedenen Klangqualitäten geloopter und manipulierter Sounds. Diese muten hier klangschalenähnlich an, dort wird deutlich eine Gitarre hörbar und doch ist meistens nicht ganz klar, woher sie eigentlich rühren. Das verleiht »Whisperings« eine traumwandlerische, akusmatische Atmosphäre, die bisweilen in treibende minimalistische Rhythmen, manchmal sogar Formen aus dem Bereich von Folk- und Popmusik in Erinnerung ruft. Letztlich aber eröffnet »Whisperings« einen ganz eigenen Kosmos, rätselhaft und wunderschön zugleich.