Alexandra Spence – A Necessary Softness (Room40, MC/digital)

Feldaufnahmen kommen immer auch Postkarten aus anderen Welten und Zeiten gleich. Die australische Klangkünstlerin Alexandra Spence schickt ihrem Publikum mit ihrem zweiten Album »A Necessary Softness« vier von ihnen.

Eine kommt, so lässt sie es per Sprachnotiz wissen, von einem Ort, der zur schlechtesten Touristenattraktion der Welt oder zumindest Vancouver in Kanada gewählt wurde – so sicher ist sie sich da nicht. Schon die Art, wie sie mit dieser beiläufige Ansage im Stück »Tidewater« die vierte Wand durchbricht, verdeutlicht: Spence ist nicht nur der Dokumentation von Klang verpflichtet, sondern setzt sich selbst auch als Performerin mittels Sound mit der Welt um sie herum in Verbindung. Miteinander in Relation gesetzt wird »Tidewater« auch mit »Bell, Fern« auf der B-Seite der auf Room40 veröffentlichten Kassette. Ihren Anfang fand diese Komposition in Hongkong und damit zu einer anderen Zeit in einer anderen Welt, ist aber als direkte Antwort zu verstehen. Die beiden anderen Stücke? Postkarten, deren Titel – »Waves« und »Rain« – dann doch keiner Erklärung durch die Künstlerin bedürfen.